Birke

Birke – ein beliebter Baum mit vielen Legenden.

Die Birke ist ein Symbol des Frühlings und der jungen Mädchen. Die von der Axt verletzte Birke jammert und weint wie ein menschliches Wesen. Damit Kohl nicht von Erdflöhen befallen wird, steckt man Maien, das sind Birkenreiser, über die der Segen gesprochen wurde, ins Kohlfeld. Zum gleichen Zweck wird der Kohl mit Birkenruten geschlagen. Gegen Warzen bricht man von einer Birke neun kleine Zweige und schlägt damit die Warzen, wenn es zur Kirche läutet. Mit einem Holzsplitter von der Fronleichnamsprozession stochert man in einem schmerzenden Zahn und vergräbt den Splitter am Kreuzweg.

Um verlorene Manneskraft wiederzuerlangen, uriniert man auf einen Kranz auf Birkenzweigen. Drei vor dem Johannistag geholte Birkenzweige, von denen der erste seine Rinde behält. Der zweite halb und der dritte ganz geschält ist, werden unter ein Kopfkissen gelegt. Ein heiratswilliges Mädchen soll blind ein Reis ziehen. Je nachdem, welchen Zweig sie auswählt, wird sie einen reichen, einen mäßig bemittelten oder einen armen Mann heiraten.

Birke – seine Identität.

Die Birke gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) und ist ein mehrjähriger Baum, welcher eine Wuchshöhe bis zu 20 Metern erreichen kann. Die Birke mag jede Bodenqualität, auch in kalten Lagen, Sonne oder Halbschatten. Die Birke geht verschwenderisch mit ihren Pollen um, das bekommen vor allem Pollenallergiker zu spüren.

Birke – die Ernte und Verwendung.

Die Birke ist ein wichtiger und milder Speiselaubbaum für Salate, Gemüse und Getränke. Der Geschmack der Blätter ist matt-neutral, der Stammsaft schmeckt wässrig-süß und die Blüten mehlartig-streng. Die Hänge-Birke ist die verbreitetste und am häufigsten genutzte Birke. Im Geschmack sind sie jedoch alle sehr ähnlich. Nutzt man das zarte hellgrüne Frühjahrs-Laub, sollten die Stiele noch so weich sein, dass sie mit den Fingern zerrieben werden können.

Die faserarmen und eiweißreichen Blätter schmecken in Salaten und können auch als Sauerkraut eingelegt werden. Die Leitungsbahnen der Birke enthalten einen zuckerhaltigen Saft, der von März bis April durch Anbohren der Ringe ins Holz geerntet werden kann. Achtung: Übermäßige Rindenverletzungen können dem Baum erheblichen Schaden zufügen. Ein erwachsener Baum kann mehrere Liter Saft am Tag abgeben. Die zarte, innensitzende Rindenschicht unter der weiß-schwarzen Borke kann vor allem von März bis Mai als Streckmehl für Gebäck und als Brotteigbeigabe zu Hausbrot oder Knäckebrot genutzt werden.

Birke – seine Heilkräfte auf die Gesundheit.

Arzneilich werden die getrockneten Blätter verwendet. Sie enthalten Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Vitamin C, Harz und Saponine. Die Anwendung erfolgt in Form eines Teeaufgusses zur Entwässerung bei entzündlichen Erkrankungen der Niere und Blase. Volksmedizinische Anwendung bei Gicht, Rheuma und anderen Stoffwechselerkrankungen. In Einzelfällen kann es durch eine Teekur mit Birkenblättern sogar zur Auflösung von Nierensteinen kommen. Bei hartnäckigen Hauterkrankungen kann man den Aufguss sowohl trinken als auch für Waschungen und Bäder verwenden.

Abkochungen aus der Birkenrinde eignen sich ebenfalls ausgezeichnet für die äußerliche Anwendung bei schweren Hauterkrankungen. Neben den Blättern und der Rinde ist auch der im Frühjahr gewonnene Saft in vielerlei Hinsicht innerlich und äußerlich wirksam und wird z.B. für Frühjahrskuren und zur Behandlung der Haare eingesetzt. Birkenkohle ist bei Durchfall hilfreich, weil sie Flüssigkeit und Schadstoffe im Darm bindet. Birkenteer, der aus Birkenholz, Rinde und Wurzeln destillativ gewonnen wird, hilft gegen chronische Hauterkrankungen. Er darf aber nur verdünnt und in kleinen Mengen angewandt werden.

Birkenhaarwasser

2 Handvoll junge Birkenblätter mit je 2 EL Brennnesselblättern und –wurzeln und je 1 EL Kapuzinerkresseblüten, -blättern und Rosmarinblättern mischen. Schneiden Sie die Kräuter klein, füllen Sie sie in ein großes Weißglas und übergießen Sie sie bis an den Rand mit einer Mischung aus 500 ml Essig und 500 ml Korn. Kassen Sie den Sud 3 Wochen lang stehen, gießen ihn danach ab und reiben mit der Mischung regelmäßig die Kopfhaut ein, das fördert gesunden Haarwuchs.

Birkenblättertee
1 EL Birkenblätter mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen, 15 Minuten ziehen lassen und abgießen. Trinken Sie 3 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse ungesüßt nach den Mahlzeiten.